Vom Schnee und vom Schneeglöckchen

Der Herr hat alles erschaffen: Gras und Kräuter und Blumen. Er hatte ihnen die schönsten Farben gegeben.
Zuletzt machte er nun noch den Schnee und sagte zu ihm: “Die Farbe kannst du dir selbst aussuchen. So einer wie du, der alles frisst, wird ja wohl etwas finden.
Der Schnee ging also zum Gras und sagte: “Gib mir deine grüne Farbe!”
Er ging zur Rose und bat sie um ihr rotes Kleid.
Er ging zum Veilchen und dann zur Sonnenblume. Denn er war eitel. Er wollte einen schönen Rock haben.
Aber Gras und Blumen lachten ihn aus und schickten ihn fort. Er setzte sich zum Schneeglöckchen und sagte betrübt: “Wenn mir niemand eine Farbe gibt, so ergeht es mir wie dem Wind. Der ist auch nur darum so bös, weil man ihn nicht sieht.”
Da erbarmte sich das Schneeglöckchen und sprach: “Wenn dir mein Mäntelchen gefällt, kannst du es nehmen.”
Der Schnee nahm das Mäntelchen und ist seitdem weiss.
Aber allen Blumen ist er er seitdem feind, nur nicht dem Schneeglöckchen.

(Oskar Dähnhardt)

KOREA
Traditionelle Volkstänze …

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NEPAL
Der Pavillon – ein Kunstwerk in Holz…

Link: 10 Jahre Weltausstellung EXPO 2000 Hannover

Der Erdgeist von André Heller wacht am WWF-Pavillon.
Die Außenfläche des Erdgeistes besteht aus ca. 900 Efeupflanzen.

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JORDANIEN
Auf dem einer Ausgrabungsstätte nachempfundenen Gelände, haben mehr als 70 Künstler 190 Kunstwerke geschaffen.

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Fruchtbarkeitsgöttin Inana bei der täglichen Expo-Parade.

Link: 1o Jahre Weltausstellung EXPO 2000 Hannover

Richard Dehmel, geboren am 18. November 1863 in Hermsdorf bei Wendisch Buchholz, heute Mark Brandenburg, gestorben am  8. Februar 1920 in Blankenese. Richard Dehmel  war ein deutscher Dichter und Schriftsteller.

Vorgefühl

Es ist ein Schnee gefallen,
hat alles Graue zugedeckt,
die Bäume nur gen Himmel nicht;
bald trinkt den Schnee das Sonnenlicht,
dann wird das alles blühen,
was in der harten Krume jetzt
kaum Wurzeln streckt.

(Richard Dehmel)

Grüß Dich Gott, mein Röselein,
Schön und klein und sanft Du bist:
Wie sie so anmutig ist!

Röselein, gern seh’ ich dich!
Bleib’ so still und lieb und rein:
Bleib so ewig jung und mein!

Röslein mein, o denk’ an mich!
Purpurrot und grün Dein Stiel:
Geist und Anmut hat sie viel!

Röslein, Dich, Dich liebe ich!
Zart drück’ ich dich an den Mund:
Nehme Abschied, bleib’ gesund!

Blättlein klein, o bleibet frisch,
Ihres Zweige dunkelgrün:
Ach, ich muß von dannen zieh’n!

Röslein, nein, es war nur Scherz:
Ewig, ewig bleib’ ich Dein!
Ewig bleibst Du lieb und fein!

Röselein, o grüß’ Dich Gott,
Schön und frisch und mein Du bist:
Voll mein Herz vor Freuden ist!

(Friederike Kempner)

„Der Mensch als kreatives Individuum ist viel wichtiger als irgendein Stil oder System.“

Bruce Lee

Das Jahr geht zornig aus. Und kleine Tage
Sind viel verstreut wie Hütten in den Winter.
Und Nächte ohne Leuchten, ohne Stunden,
Und grauer Morgen ungewisser Bilder.

Sommerzeit, Herbstzeit, alles geht vorüber,
Und brauner Tod hat jede Frucht ergriffen.
Und andre kalte Sterne sind im Dunkel,
Die wir zuvor nicht sahn vom Dach der Schiffe.

Weglos ist jedes Leben. Und verworren
Ein jeder Pfad. Und keiner weiß das Ende,
Und wer da suchet, dass er Einen fände,
Der sieht ihn stumm und schüttelnd leere Hände.

(Georg Heym)

An der ersten Ampel links…

am Kindergarten vorbei und immer geradeaus…

Montag erst. – Entsetzlich! Freudelos
Neu beginnen, wo die Woche schloss.

Dienstag erst. – Entsetzlich! Ohne Sinn
Spinnen fort des Lebens grau Gespinn.

Mittwoch erst. – Entsetzlich! Ohne Ziel
Neu durchspielen das durchspielte Spiel.

Donnerstag.- Entsetzlich! Ohne Gnad
Neu durchmessen den durchmessnen Pfad.

Freitag schon. – Entsetzlich! Wirrer Tand
Neu durchwaten den durchwatnen Sand.

Samstag schon. – Entsetzlich! Ohne Gruß
Ewig wandern um des Hügels Fuß.

Sonntag heut. – Entsetzlich! Wieder neu
Segeln an dem Leuchtturm hier vorbei.

(Christian Wagner)

Erst gestern war es, denkst du daran?
Es ging der Tag zur Neige.
Ein böser Schneesturm da begann
und brach die dürren Zweige.
Der Sturmwind blies die Sterne weg,
die Lichter, die wir lieben.
Vom Monde gar war nur ein Fleck,
ein gelber Schein geblieben.
Und jetzt? So schau doch nur hinaus:
Die Welt ertrinkt in Wonne.
Ein weißer Teppich liegt jetzt aus.
Es strahlt und lacht die Sonne.
Wohin du siehst: Ganz puderweiß
geschmückt sind alle Felder.
der Bach rauscht lustig unterm Eis.
Nur finster stehn die Wälder.

(Alexander Puschkin)

Peter Auringer - Photos

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