Warum erfüllen uns Gräser, eine Wiese, eine Tanne, mit so reiner
Lust? Weil wir da Lebendiges vor uns sehen, das nur von außen
her zerstört werden kann, nicht durch sich selbst. Der Baum
wird nie an gebrochenem Herzen sterben und das Gras nie seinen
Verstand verlieren. Von außen droht ihnen jede mögliche
Gefahr, von innen her aber sind sie gefeit. Sie fallen sich nicht
selbst in den Rücken wie der Mensch mit seinem Geist und ersparen
uns damit das wiederholte Schauspiel unseres eigenen
zweideutigen Lebens.

(Christian Morgenstern)